Nicht jammern, sondern machen!

Irgendjemand (seinen Namen habe ich vergessen – er möge sich bitte melden, damit ich ihn hier einsetzen kann) schrieb einst so schön auf Twitter: In Filmen für Frauen geht es darum, die Beziehung zu retten und in denen für Männer darum, die Welt zu retten.

Das habe ich seither einige Male zitiert, wenn die Gender-Debatte losbrach. Denn es ist ein unumstößliches Faktum: Männer und Frauen sind verschieden. Zum Glück!

Aber darüber hinaus gibt es noch ein Faktum: Frauen und Frauen sind auch verschieden. Auch zum Glück!

Ich zum Beispiel arbeite in der IT. Es macht mir Spaß, ich habe keinerlei Probleme mit männlichen Kollegen, und die Männer, die neu in den von mir zu betreuenden Bereich kommen und vielleicht (selten) zunächst erstaunt sind, dass eine Frau an PCs herumschraubt und Drucker durch die Gegend trägt, verlieren ihr Misstrauen schnell, wenn ich sie bei erster Gelegenheit mittels meiner Fachkompetenz überzeugen konnte – sofern nicht ihre Kollegen zuvor für mich in die Bresche springen und ihnen erklären, dass ich meine Arbeit gut mache. Ja, auch das passiert. Ich möchte mal behaupten, man schätzt meine Arbeit und mag mich als Mensch.

Meine Bezahlung entspricht der eines Mannes in meiner Position. Meine Aufgaben ebenso. Wenn etwas zu schwer ist, als dass ich es tragen könnte, gehe ich auf einen männlichen Kollegen zu und bitte ihn, mir zu helfen. Ich breche mir dabei keinen Zacken aus der nicht vorhandenen Krone und wurde noch nie enttäuscht.

Ich habe Spaß daran, logisch zu denken. Spaß an Technik. Spaß daran, sie zu verstehen.

Manchmal habe ich die Gelegenheit, Frauen etwas davon mitzugeben. Ihnen die Angst zu nehmen, die manchen von ihnen vielleicht schon im Kindesalter  eingeimpft wurde. Die Angst, etwas Technisches nicht zu verstehen. Sowieso nicht damit umgehen zu können. Es kaputt zu machen. Ich sage dann immer: “Sie können nichts kaputt machen, und wenn doch, dann kann ich es reparieren.” Dann werden sie ruhiger, und bald schon gehen sie ganz selbstverständlich mit den ihnen zur Verfügung stehenden Werkzeugen um.

Gleichberechtigung existiert da, wo man sie selbstverständlich lebt. Nicht fordert, sondern einfach lebt. Wo man gar nicht erst mit ihr als Thema anfängt, sondern sie schlicht unterstellt. Zumindest habe ich das so erfahren. Und wenn es einmal anders ist, sage ich: “Auch Frau kann das.” Und dann beweise ich es.

In der Politik oder im Topmanagement mag das nicht so einfach sein. Da muss  Frau wahrscheinlich tatsächlich doppelt so hart sein wie ein Mann, doppelt so gut, halb so fehlbar. Liegt womöglich daran, dass sie zunächst als leichtes Opfer betrachtet wird, das sich ohne Weiteres reißen lässt. Aber das hat meiner Meinung nach nichts mit fehlender Gleichberechtigung zu tun. Es ist nur natürlich, dass man bei der Jagd die leichteste Beute wählt, und zumindest körperlich sind wir Frauen oft leichte Beute.

Nur – geistig müssen wir das nicht sein. Geistig können wir durchaus mithalten. Und das haben auch sehr viele Männer verstanden und akzeptieren es ganz selbstverständlich. Jetzt müssen nur noch wir Frauen akzeptieren, dass sie das tun. Dass Mann kein Feind ist, kein Widersacher. Dass Mann Frau dann am ehesten respektiert, wenn sie nicht jammert, sondern macht. Aber andersrum ist es ja genauso ;-)

1 Kommentar zu „Nicht jammern, sondern machen!“

  1. Melusine sagt:

    Grade mal wieder was über die feministischen Debatte der “Piratinnen” gelesen. Ärgerlich. Kommt mir vor wie aggressive kleine Mädchen, die sich in einen romantischen 68er-Feminismus zurrückzuträumen versuchen.

    Ich würde nicht unbedingt allem zustimmen was du sagst, aber eines ist sicher: Geschützte Bereiche für die ach so diskriminierte Frau als solches sind die dämlichste Idee ever, und jede “Feministin”, die sich sowas ausdenkt, gehört in ein rosa Rüschenkleidchen gesteckt und an den Rand gestellt.

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