Wortgewand
Ich sah dich im Schnee stehen
Trugst nur ein Wortgewand
Ich sprach dich an
entkleidete dich
Satz für Satz
Bis zur Nacktheit
In dieser Stille
ließ ich dich erfrieren
Als es wieder schneite
sah ich dich im Schnee stehen
Trugst nur ein Blickgewand
Leise begannen
deine Augen zu flüstern
(c) by emju 2010
Hi Emju
Eigentlich weiß ich gar nicht, wie man ein Gedicht kommentieren soll… Aber ich ich wollte doch mal loswerden, dass mir Deine Gedichte gefallen. Ich les hier nun schon eine Weile mit und lese sie oft auch mehrfach. Tja, warum gefallen sie mir??
Ich glaube, weil ich genug Raum darin finde, sie Dir weg zu nehmen und sie mir zu eigen zu machen.
So ist es auch richtig glaube ich: Wenn man sich fremde Wörter überziehen kann, dann bedeuten sie etwas für einen, was dann manchmal (oft) nichts mehr mit dem zu tun hat, was der Schreiber sich dachte, aber ich halte es trotzdem für ein Kompliment. Vielleicht sogar für das größte….
In diesem Sinne hoffe ich noch viel hier von Dir lesen zu können!!
lg Markus
Hi Markus,
das ist wirklich ein wundervolles Kompliment. Du machst mich glücklich, wenn Du sagst: “weil ich genug Raum darin finde, sie Dir weg zu nehmen und sie mir zu eigen zu machen.”
Genau dafür sind sie da. Dass jeder seine eigenen Bilder sehen kann.
Es ist schwer, gute Gedichte zu schreiben. Darum bin ich jetzt grad richtig stolz.
Herzlichen Dank.
lg emju
Oh Gedichte sind schwer zu kommentieren, weil man immer in Gefahr läuft, Cole schneller wie bei Geschichten, sich total indessen Sinn getäuscht zu haben.
Raum in einem Gedicht ist gefährlich und so wichtig, wie der Umgang mit dem Feuer.
Mir hat der Satz ” in dieser Stille lies ich dich erfrieren ” super gut gefallen. Der hat was kräftiges in sich. Der Rest ist mir zu offen und zu viel Raum
Thx for comment.
Ich lasse gerne viel Raum in meinen Gedichten, damit die Fantasie Platz findet. Das beinhaltet natürlich leider auch, dass sie manchem zu offen sind. Ist ne Gratwanderung, klar.