Archiv für März 2010

Gedanken an Leipzig und an die Kunst

Samstag, 20. März 2010

Hach, was war das wieder toll auf der Leipziger Buchmesse. Nicht nur, dass ich dort einige Foren- und Twitterbekanntschaften endlich mal “in echt” gesehen habe (hier einen dicken Gruß an Steffen, Rainer, Britta, Carmen, Sabine u.v.m.), nein, auch die vielen Eindrücke und interessanten Beiträge waren klasse. Man hat Gelegenheit, weit über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. Es gibt unzählige Foren – auch solche, die eigentlich für Verleger oder Buchhändler gedacht, aber auch für Autoren interessant sind -, die vermitteln, was sich hinter den Kulissen abspielt bzw. wichtig ist. Außerdem ist die Messe eine wunderbare Möglichkeit, sich mit dem Buch als Gegenstand auseinanderzusetzen, z.B. Art des Einbands, Papier, Farbe desselben, Schriftart und Größe … Da gibt es schon gewaltige Unterschiede bei den einzelnen Verlagen.
Die Qualität eines Buches ist mir enorm wichtig. Schließlich will ich es auch in 30 Jahren noch anfassen können, ohne dass es in zehn Teile zerfällt oder wegen zu enger Zeilensetzung oder zu kleiner Schrift nicht mehr lesbar ist.

Dieses Jahr war eines meiner Highlghts Steffen Meier vom Ulmer Verlag in Stuttgart persönlich kennenzulernen. Wir folgen einander schon einige Zeit auf Twitter und Steffen nahm sich trotz hoher Termindichte Zeit, um einen Kaffee mit mir trinken zu gehen. Wir führten ein sehr interessantes Gespräch, das nicht nur informativ war, sondern auch viel Spaß gemacht hat. (Hier fällt mir ein: Steffen, ich schulde Dir noch einen Kaffee :-) )
Es ging unter anderem um Social Media, das im Bereich Literatur immer mehr an Bedeutung gewinnt, aber auch um die Frage, was dem Autor wichtiger ist: Der Verkauf seines Buches oder dass es gelesen wird. In Zeiten des E-Books ist das beileibe nicht dasselbe (wobei auch das Ausleihen eines gedruckten Buches bei einem Freund dem Autor keinen müden Euro bringt), und die Standpunkte der Autoren dürften da sehr verschieden sein. Meiner ist: Ich will gelesen werden. Das kann ich mir aber auch nur deshalb leisten, weil ich nicht vom Schreiben lebe und bedeutet nicht, dass ich mich nicht voll und ganz den Unterzeichnern der “Leipziger Erklärung” (siehe unten) anschließe.

Außer mit Steffen traf ich mich auch mit Fritz Rainer Polter, der ein Versand-Antiquariat hat (http://www.buchfreund.de/Antiquariat-Wortwahl). Rainer kenne ich aus einem Schreib-Forum, und es ist schon toll, wenn man sich – nachdem man sich in kritischen Beiträgen gegenseitig mit den Texten des anderen auseinandergesetzt hat – endlich einmal gegenübersteht. Aber er erzählte mir auch, wie schwierig es ist, heute vom Buchgeschäft zu leben, und einmal mehr wurde mir klar, dass Kunst, sofern sie nicht auf Mainstream und Kommerz ausgerichtet ist, den Magen kaum zu füllen vermag.

Stellt euch mal vor, es gäbe eine Welt ohne wirkliche Kunst. Bücher werden nur zur Unterhaltung geschrieben, tolle Geschichten, aber keine Sätze, die noch in Jahrhunderten zitiert werden. Bilder werden von Computern generiert – nach vorherigen wissenschaftlichen Auswertungen darüber, was das menschliche Auge anspricht. Schauspieler spielen nur noch, was gewinnversprechend ist. Kleinbühnen existieren nicht mehr. Grauenvoll, oder?

In diesem Zusammenhang war auch mein Besuch beim Stand des “VS – Verband deutscher Schriftsteller” sehr interessant. Dort lag unter anderem die “Leipziger Erklärung” aus, in der Schriftstellerinnen und Schriftsteller die uneingeschränkte Beachtung des Urheberrechts fordern. Und diese bitte ich euch zu lesen und euch Gedanken darüber zu machen. Es geht nicht nur um Plagiate. Letzendlich geht es um den Erhalt der Kunst als solche.

Vom Leben und Verstehen

Sonntag, 14. März 2010

Einfach toll! Mikroboy – Vom Leben und Verstehen

http://www.youtube.com/user/MikroboyTV#p/a/u/0/_IqemZOghO0

Siehe auch:

http://www.motor.de/kuenstler/mikroboy

http://www.myspace.com/mikroboy

Nicht jammern, sondern machen!

Freitag, 12. März 2010

Irgendjemand (seinen Namen habe ich vergessen – er möge sich bitte melden, damit ich ihn hier einsetzen kann) schrieb einst so schön auf Twitter: In Filmen für Frauen geht es darum, die Beziehung zu retten und in denen für Männer darum, die Welt zu retten.

Das habe ich seither einige Male zitiert, wenn die Gender-Debatte losbrach. Denn es ist ein unumstößliches Faktum: Männer und Frauen sind verschieden. Zum Glück!

Aber darüber hinaus gibt es noch ein Faktum: Frauen und Frauen sind auch verschieden. Auch zum Glück!

Ich zum Beispiel arbeite in der IT. Es macht mir Spaß, ich habe keinerlei Probleme mit männlichen Kollegen, und die Männer, die neu in den von mir zu betreuenden Bereich kommen und vielleicht (selten) zunächst erstaunt sind, dass eine Frau an PCs herumschraubt und Drucker durch die Gegend trägt, verlieren ihr Misstrauen schnell, wenn ich sie bei erster Gelegenheit mittels meiner Fachkompetenz überzeugen konnte – sofern nicht ihre Kollegen zuvor für mich in die Bresche springen und ihnen erklären, dass ich meine Arbeit gut mache. Ja, auch das passiert. Ich möchte mal behaupten, man schätzt meine Arbeit und mag mich als Mensch.

Meine Bezahlung entspricht der eines Mannes in meiner Position. Meine Aufgaben ebenso. Wenn etwas zu schwer ist, als dass ich es tragen könnte, gehe ich auf einen männlichen Kollegen zu und bitte ihn, mir zu helfen. Ich breche mir dabei keinen Zacken aus der nicht vorhandenen Krone und wurde noch nie enttäuscht.

Ich habe Spaß daran, logisch zu denken. Spaß an Technik. Spaß daran, sie zu verstehen.

Manchmal habe ich die Gelegenheit, Frauen etwas davon mitzugeben. Ihnen die Angst zu nehmen, die manchen von ihnen vielleicht schon im Kindesalter  eingeimpft wurde. Die Angst, etwas Technisches nicht zu verstehen. Sowieso nicht damit umgehen zu können. Es kaputt zu machen. Ich sage dann immer: “Sie können nichts kaputt machen, und wenn doch, dann kann ich es reparieren.” Dann werden sie ruhiger, und bald schon gehen sie ganz selbstverständlich mit den ihnen zur Verfügung stehenden Werkzeugen um.

Gleichberechtigung existiert da, wo man sie selbstverständlich lebt. Nicht fordert, sondern einfach lebt. Wo man gar nicht erst mit ihr als Thema anfängt, sondern sie schlicht unterstellt. Zumindest habe ich das so erfahren. Und wenn es einmal anders ist, sage ich: “Auch Frau kann das.” Und dann beweise ich es.

In der Politik oder im Topmanagement mag das nicht so einfach sein. Da muss  Frau wahrscheinlich tatsächlich doppelt so hart sein wie ein Mann, doppelt so gut, halb so fehlbar. Liegt womöglich daran, dass sie zunächst als leichtes Opfer betrachtet wird, das sich ohne Weiteres reißen lässt. Aber das hat meiner Meinung nach nichts mit fehlender Gleichberechtigung zu tun. Es ist nur natürlich, dass man bei der Jagd die leichteste Beute wählt, und zumindest körperlich sind wir Frauen oft leichte Beute.

Nur – geistig müssen wir das nicht sein. Geistig können wir durchaus mithalten. Und das haben auch sehr viele Männer verstanden und akzeptieren es ganz selbstverständlich. Jetzt müssen nur noch wir Frauen akzeptieren, dass sie das tun. Dass Mann kein Feind ist, kein Widersacher. Dass Mann Frau dann am ehesten respektiert, wenn sie nicht jammert, sondern macht. Aber andersrum ist es ja genauso ;-)

Wortgewand

Donnerstag, 11. März 2010

Wortgewand

Ich sah dich im Schnee stehen
Trugst nur ein Wortgewand
Ich sprach dich an
entkleidete dich
Satz für Satz
Bis zur Nacktheit

In dieser Stille
ließ ich dich erfrieren

Als es wieder schneite
sah ich dich im Schnee stehen
Trugst nur ein Blickgewand
Leise begannen
deine Augen zu flüstern

(c) by emju 2010

Something …

Dienstag, 9. März 2010

CORNERSHOP ft SOKO Something Makes You Feel Like
Schaut doch auch mal in den Kanal von Ringo Cortina: http://www.youtube.com/user/RingoCortina

leuchtendes Leben

Montag, 1. März 2010

leuchtendes leben
nur wasser
umspült
alles
selbst vergessen
keine tränen
im sonnenaufgang


ALT:

aus leuchtendem Leben

Diese kleinen Augenblicke aus leuchtendem Leben; ein Reinspringen von Tag zu Tag, einfach nur um des Wassers willen, das gute Gefühl, Teil des Schönen zu sein, wie selbstvergessenes Amselzwitschern, Symphonie eines Sonnenaufgangs im Angesicht des ins Blau gemalten Vollmonds wie eine ganze Note, da hat doch Gott gute Laune gehabt, und die Zielsuche kann auch an einem anderen Tag noch beschweren.