Archiv für die Kategorie „Allgemeines“

eBook und so

Sonntag, 22. August 2010

Kürzlich gab mir ein Freund einen sehr interessanten Artikel zu lesen und ich bat ihn anschließend, den Text für mich einzuscannen, weil doch einige Informationen darin waren, auf die ich gerne eine Weile lang zugreifen möchte.

Früher hätte ich mir den Artikel vermutlich einfach kopiert, aber mit Kopien ist das so eine Sache. Ich lege sie irgendwo hin und da werden sie dann vergessen oder wandern bei einem Aufräumwahn kurzerhand ins Altpapier. Dateien halte ich mittlerweile für die sinnvollere Art des Archivierens. Das ist vermutlich dieses 2.0-Zeitalter …

Insgesamt bin ich ein Freund der elektronischen Verbreitung von Geschriebenem. Unter anderem darum habe ich die letzten Wochen damit verbracht, eine Kurzgeschichtensammlung zusammenzustellen, die ich in den kommenden Wochen als epub und Pdf zum kostenlosen Download bereitstellen werde. Alles ist “handgemacht”, also in Eigenregie produziert. Insofern bin ich sehr gespannt auf Reaktionen. Zu gegebener Zeit werde ich die Files hier verlinken.

Aber jetzt verabschiede ich mich erst mal in einen kleinen Urlaub – wahrscheinlich ohne Internet, da ich nicht weiß, ob ich an meinem Urlaubsort ein Netz haben werde. Es hat Zeiten gegeben, da hätte mich diese Vorstellung kalt gelassen …

Wanna buy a ghost?

Sonntag, 25. Juli 2010

Wanna buy a ghost?

Gefunden auf dem YT-Kanal vonWaverlyflams (http://www.youtube.com/user/waverlyflams)

Quote ums Verrecken?

Dienstag, 18. Mai 2010

Das Thema Frauenquote scheint ein echtes Problem zu sein. In was für einer heilen Welt muss ich leben, dass es mich so wenig berührt? Na ja, wahrscheinlich habe ich einfach nur Glück gehabt, dass ich als Frau in einer sogenannten Männerdomäne tätig bin. Dass ich ein echtes Interesse an Technik habe und gerne an PCs herum schraube. Dass ich bemüht bin, deren Funktion zu verstehen und zur Not auch mal entsprechende technische Fachliteratur lese. Dass ich mit zahlreichen männlichen Kollegen IT-Schulungen besucht habe. Dass ich kein Problem damit habe, mal einen Laserdrucker abzubauen, herumzutragen und zu zerlegen. Dass ich Kabelgewirr in Patchfeldern nicht als kompliziert, sondern als strukturiert empfinde. Dass es mir Spaß macht, meine eigene Seite zu betreiben und ich mich halt einlese, wenn was nicht klappt. Dass ich … Ach, lassen wir das.
Wahrscheinlich bin ich einfach nur nicht normal. Das würde auch erklären, warum ich weder im beruflichen Umfeld noch bei den Schulungen je viele Frauen um mich hatte. Um es konkret zu sagen: Bis vor ein paar Jahren war ich in meinem Bereich die einzige. Aber was ich oft gehört habe, war: „Wow, dass Sie sich mit so was alles auskennen … Mit all diesen technischen Dingen …“
Mag sein, dass das daran liegt, dass ich quasi ohne Mann im Haushalt aufgewachsen bin und auch heute ohne Mann im Haushalt lebe. Bis man einen Mann auftreibt, der einem im Problemfall helfen kann, hat man schneller selbst was nachgelesen. Und so ergibt eins das andere.
Das Schlimmste wäre für mich, wenn via Quotenregelung irgendwelche Frauen in mein Arbeitsgebiet eindrängen, die zwar von PCs keine Ahnung haben und sich auch absolut nicht dafür interessieren, die aber diesen Job machen müssen, damit ein hälftiger Anteil an Frauen erfüllt ist.
Klaaaar, so weit wird es nie kommen, denn das ist ja mit Gleichstellung nicht gemeint. Sie soll ja ein Kann gewährleisten und nicht ein Muss.
Aber warum wird dann, liebe Freunde, derzeit der Frauenanteil bei den Piraten und in deren Bundesvorstand diskutiert?

Oh, du armer Augustin …

Montag, 10. Mai 2010

In Anbetracht der Zahlen, die jetzt kursieren, also 750 MILLIARDEN Euro Rettungsgedöns und just in der Sekunde, in der ich das hier schreibe, 1.779.760.682.890 Euro (also 1,78 BILLIONEN) Bundesschulden, kommen jetzt natürlich auch die Worst Case-Propheten ans Tageslicht gekrochen, die sagen, ein weltweiter Wirtschaftscrash sei nicht mehr zu verhindern.

Mal angenommen, übermorgen wäre unser Geld nichts mehr wert, da wäre es doch ein Spaß, heute noch mal richtig zu einzukaufen, oder? Aber was?
Erst dachte ich: Klar, ein geiles Auto. Nur doof, wenn ich mir den Sprit nicht mehr leisten kann, oder – schlimmer noch – es keinen mehr gibt. Dann überlegte ich: Na gut, Kühlschrank vollhauen und schlemmen, bis die Schwarte kracht. Aber in den Supermärkten ist bestimmt schon alles ausverkauft, wenn ich morgen nach der Arbeit nach Hause komme, also ist das auch keine so gute Idee.
Saatgut. Ich könnte all mein Geld in Saatgut anlegen und dann über Jahre aus meinem kleinen Gärtchen leben. 2 Ar potenzielles Ackerland. Problem: Wenns echt nichts mehr zu essen gibt, bräuchte ich da einen meterhohen Stacheldraht drum herum.
Bücher. Ich könnte alle Bücher kaufen, die ich mir schon immer gewünscht habe. Dann kann ich mir wenigstens die Zeit vertreiben, während mich der Hunger quält.

Was würdet ihr euch kaufen?

Hach, hoffentlich ruinieren sie uns jetzt nicht wirklich.

Gedanken an Leipzig und an die Kunst

Samstag, 20. März 2010

Hach, was war das wieder toll auf der Leipziger Buchmesse. Nicht nur, dass ich dort einige Foren- und Twitterbekanntschaften endlich mal “in echt” gesehen habe (hier einen dicken Gruß an Steffen, Rainer, Britta, Carmen, Sabine u.v.m.), nein, auch die vielen Eindrücke und interessanten Beiträge waren klasse. Man hat Gelegenheit, weit über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. Es gibt unzählige Foren – auch solche, die eigentlich für Verleger oder Buchhändler gedacht, aber auch für Autoren interessant sind -, die vermitteln, was sich hinter den Kulissen abspielt bzw. wichtig ist. Außerdem ist die Messe eine wunderbare Möglichkeit, sich mit dem Buch als Gegenstand auseinanderzusetzen, z.B. Art des Einbands, Papier, Farbe desselben, Schriftart und Größe … Da gibt es schon gewaltige Unterschiede bei den einzelnen Verlagen.
Die Qualität eines Buches ist mir enorm wichtig. Schließlich will ich es auch in 30 Jahren noch anfassen können, ohne dass es in zehn Teile zerfällt oder wegen zu enger Zeilensetzung oder zu kleiner Schrift nicht mehr lesbar ist.

Dieses Jahr war eines meiner Highlghts Steffen Meier vom Ulmer Verlag in Stuttgart persönlich kennenzulernen. Wir folgen einander schon einige Zeit auf Twitter und Steffen nahm sich trotz hoher Termindichte Zeit, um einen Kaffee mit mir trinken zu gehen. Wir führten ein sehr interessantes Gespräch, das nicht nur informativ war, sondern auch viel Spaß gemacht hat. (Hier fällt mir ein: Steffen, ich schulde Dir noch einen Kaffee :-) )
Es ging unter anderem um Social Media, das im Bereich Literatur immer mehr an Bedeutung gewinnt, aber auch um die Frage, was dem Autor wichtiger ist: Der Verkauf seines Buches oder dass es gelesen wird. In Zeiten des E-Books ist das beileibe nicht dasselbe (wobei auch das Ausleihen eines gedruckten Buches bei einem Freund dem Autor keinen müden Euro bringt), und die Standpunkte der Autoren dürften da sehr verschieden sein. Meiner ist: Ich will gelesen werden. Das kann ich mir aber auch nur deshalb leisten, weil ich nicht vom Schreiben lebe und bedeutet nicht, dass ich mich nicht voll und ganz den Unterzeichnern der “Leipziger Erklärung” (siehe unten) anschließe.

Außer mit Steffen traf ich mich auch mit Fritz Rainer Polter, der ein Versand-Antiquariat hat (http://www.buchfreund.de/Antiquariat-Wortwahl). Rainer kenne ich aus einem Schreib-Forum, und es ist schon toll, wenn man sich – nachdem man sich in kritischen Beiträgen gegenseitig mit den Texten des anderen auseinandergesetzt hat – endlich einmal gegenübersteht. Aber er erzählte mir auch, wie schwierig es ist, heute vom Buchgeschäft zu leben, und einmal mehr wurde mir klar, dass Kunst, sofern sie nicht auf Mainstream und Kommerz ausgerichtet ist, den Magen kaum zu füllen vermag.

Stellt euch mal vor, es gäbe eine Welt ohne wirkliche Kunst. Bücher werden nur zur Unterhaltung geschrieben, tolle Geschichten, aber keine Sätze, die noch in Jahrhunderten zitiert werden. Bilder werden von Computern generiert – nach vorherigen wissenschaftlichen Auswertungen darüber, was das menschliche Auge anspricht. Schauspieler spielen nur noch, was gewinnversprechend ist. Kleinbühnen existieren nicht mehr. Grauenvoll, oder?

In diesem Zusammenhang war auch mein Besuch beim Stand des “VS – Verband deutscher Schriftsteller” sehr interessant. Dort lag unter anderem die “Leipziger Erklärung” aus, in der Schriftstellerinnen und Schriftsteller die uneingeschränkte Beachtung des Urheberrechts fordern. Und diese bitte ich euch zu lesen und euch Gedanken darüber zu machen. Es geht nicht nur um Plagiate. Letzendlich geht es um den Erhalt der Kunst als solche.

Vom Leben und Verstehen

Sonntag, 14. März 2010

Einfach toll! Mikroboy – Vom Leben und Verstehen

http://www.youtube.com/user/MikroboyTV#p/a/u/0/_IqemZOghO0

Siehe auch:

http://www.motor.de/kuenstler/mikroboy

http://www.myspace.com/mikroboy

Nicht jammern, sondern machen!

Freitag, 12. März 2010

Irgendjemand (seinen Namen habe ich vergessen – er möge sich bitte melden, damit ich ihn hier einsetzen kann) schrieb einst so schön auf Twitter: In Filmen für Frauen geht es darum, die Beziehung zu retten und in denen für Männer darum, die Welt zu retten.

Das habe ich seither einige Male zitiert, wenn die Gender-Debatte losbrach. Denn es ist ein unumstößliches Faktum: Männer und Frauen sind verschieden. Zum Glück!

Aber darüber hinaus gibt es noch ein Faktum: Frauen und Frauen sind auch verschieden. Auch zum Glück!

Ich zum Beispiel arbeite in der IT. Es macht mir Spaß, ich habe keinerlei Probleme mit männlichen Kollegen, und die Männer, die neu in den von mir zu betreuenden Bereich kommen und vielleicht (selten) zunächst erstaunt sind, dass eine Frau an PCs herumschraubt und Drucker durch die Gegend trägt, verlieren ihr Misstrauen schnell, wenn ich sie bei erster Gelegenheit mittels meiner Fachkompetenz überzeugen konnte – sofern nicht ihre Kollegen zuvor für mich in die Bresche springen und ihnen erklären, dass ich meine Arbeit gut mache. Ja, auch das passiert. Ich möchte mal behaupten, man schätzt meine Arbeit und mag mich als Mensch.

Meine Bezahlung entspricht der eines Mannes in meiner Position. Meine Aufgaben ebenso. Wenn etwas zu schwer ist, als dass ich es tragen könnte, gehe ich auf einen männlichen Kollegen zu und bitte ihn, mir zu helfen. Ich breche mir dabei keinen Zacken aus der nicht vorhandenen Krone und wurde noch nie enttäuscht.

Ich habe Spaß daran, logisch zu denken. Spaß an Technik. Spaß daran, sie zu verstehen.

Manchmal habe ich die Gelegenheit, Frauen etwas davon mitzugeben. Ihnen die Angst zu nehmen, die manchen von ihnen vielleicht schon im Kindesalter  eingeimpft wurde. Die Angst, etwas Technisches nicht zu verstehen. Sowieso nicht damit umgehen zu können. Es kaputt zu machen. Ich sage dann immer: “Sie können nichts kaputt machen, und wenn doch, dann kann ich es reparieren.” Dann werden sie ruhiger, und bald schon gehen sie ganz selbstverständlich mit den ihnen zur Verfügung stehenden Werkzeugen um.

Gleichberechtigung existiert da, wo man sie selbstverständlich lebt. Nicht fordert, sondern einfach lebt. Wo man gar nicht erst mit ihr als Thema anfängt, sondern sie schlicht unterstellt. Zumindest habe ich das so erfahren. Und wenn es einmal anders ist, sage ich: “Auch Frau kann das.” Und dann beweise ich es.

In der Politik oder im Topmanagement mag das nicht so einfach sein. Da muss  Frau wahrscheinlich tatsächlich doppelt so hart sein wie ein Mann, doppelt so gut, halb so fehlbar. Liegt womöglich daran, dass sie zunächst als leichtes Opfer betrachtet wird, das sich ohne Weiteres reißen lässt. Aber das hat meiner Meinung nach nichts mit fehlender Gleichberechtigung zu tun. Es ist nur natürlich, dass man bei der Jagd die leichteste Beute wählt, und zumindest körperlich sind wir Frauen oft leichte Beute.

Nur – geistig müssen wir das nicht sein. Geistig können wir durchaus mithalten. Und das haben auch sehr viele Männer verstanden und akzeptieren es ganz selbstverständlich. Jetzt müssen nur noch wir Frauen akzeptieren, dass sie das tun. Dass Mann kein Feind ist, kein Widersacher. Dass Mann Frau dann am ehesten respektiert, wenn sie nicht jammert, sondern macht. Aber andersrum ist es ja genauso ;-)

Something …

Dienstag, 9. März 2010

CORNERSHOP ft SOKO Something Makes You Feel Like
Schaut doch auch mal in den Kanal von Ringo Cortina: http://www.youtube.com/user/RingoCortina

PfollowPfreidäi

Freitag, 26. Februar 2010

Seufz.So lange nichts gebloggt und dann so ein Thema. Aber das muss jetzt sein, aus gegebenem Anlass sozusagen.

Es ist Freitag. Tweeple wissen, was das bedeutet. Empfehlen und empfohlen werden, ein Ritual, das einer netten Idee entspringt. (http://blog.datenschmutz.net/2009-03/twitter-und-der-follow-friday/)

Jeder hat so seine Leute, mit denen er am liebsten twittert. Ich natürlich auch. Und das kann teilweise auch sehr persönliche Gründe haben, die gar nicht mal in der Güte der geschriebenen Tweets liegen, sondern eher darin, dass man sich eben sympathisch ist, sich intensiv austauscht, weil man gemeinsame Interessen hat oder Ähnliches. Das führt manchmal dazu, dass man jemanden intensiv liest, seine Tweets vielleicht sogar abonniert, diese Tweets anderen Leuten aber unter Umständen gar nichts sagen. Wenn ich also jemanden NICHT empfehle, obwohl ich in regem Kontakt mit ihm/ ihr stehe, bedeutet das nicht, dass diese Person nicht zu meinen Top-Favoriten gehört, sondern nur, dass ich denke, dass der Austausch, den wir haben, eher von persönlichem Interesse ist.

Auf der anderen Seite gibt es auch Leute, denen ich folge, weil sie ganz fantastische Tweets schreiben. Tweets, die informativ sind, zum Lachen bringen oder zum Nachdenken. Tweets, die durchaus für jedermann geeignet sind (hierbei kommt es natürlich dann auf den individuellen Geschmack des Lesers an), und von diesen Leuten fallen mir auf Anhieb mehr als 15 ein, die ich jede Woche empfehlen könnte. KÖNNTE, denn was bringt es, wenn meine Follower immer dieselben Namen in meinen Empfehlungen lesen? Ich rede jetzt nicht von ein paar Wochen hintereinander, aber wenn ich sechs Monate lang Woche für Woche den @fitness_oli empfehlen würde (der das durchaus verdient hat!), dann nervt das doch irgendwann, oder?

Gar nichts bringt es in meinen Augen, seine 140 Zeichen dafür zu nutzen, möglichst viele Follower mit einem Tweet zu empfehlen. Manchmal reihen sich in meiner Timeline mehrere solcher Tweets untereinander, und dann habe ich auf einen Schlag eine Auswahl von – sagen wir 50 Empfehlungen, und bei keiner erfahre ich, warum sie ausgesprochen wird. Wenn sich der Empfehlende die Mühe macht, seine Empfehlung kurz zu begründen, erhöht das oft auch die Bereitschaft, sich den Empfohlenen genauer anzusehen. Aber ganz im Ernst, bei solche  ‘Würsten’ fällt das ausgesprochen schwer.

Ich finde, der ff ist eine schöne Einrichtung. Ich nutze ihn auch gerne. Ich nutze aber auch die anderen sechs Wochentage, um gelegentlich mal jemanden zu empfehlen. Ganz spontan. Aber vor allem: Nicht zu viele Namen auf einmal. Sonst ist das wie eine MG-Salve.

Ja, heute ist wieder Freitag. Es ist wie Geschenke bekommen. Man fühlt sich immer irgendwie verpflichtet, auch was zurückzugeben. Ich werde ein paar Empfehlungen aussprechen, mich bei denen, die mich empfohlen haben, bedanken – und das z.T. namentlich – aber ich werde nicht mehr, wie früher, jeden Einzelnen zurückempfehlen. Bitte vergebt mir das, ich möchte es nicht als Unhöflichkeit verstanden wissen, aber es bringt einfach nichts.  Und – das Wichtigste – der ff soll doch kein Zwang sein.

@Charlott7777 schreibt:

Zum #ff – liebe @emju, nicht nur deinen Namen – sondern die Erinnerung daran, wie bei twitter itsself – es soll hauptsächlich Spass machen !

Genau so ist es. Danke, liebe Charlott.

Welt 2.0

Sonntag, 24. Januar 2010

Die großartigen Möglichkeiten des Internets – speziell die des Social Webs – geben dem kleinen Künstler ungeahnte Möglichkeiten. Denkt man.

Er kann zum Beispiel sein eigenes (E-)Buch oder seine eigene CD produzieren und durch das Verbreiten entsprechender Infos im Social Web die Distribution desselben anleiern. Denkt man.

Er kann ein Experiment daraus machen, sich in horrende Ausgaben stürzen und hoffen, dass die eigene Popularität – z.B. auf Twitter – und der Realitätssinn der Interessenten ausreichen, um das künstlerische Produkt ‚herzuschenken‘ und trotzdem genug durch Spenden einzunehmen, um wenigstens die eigenen Kosten wieder reinzuholen. Das sollte doch bei einer so großen Community klappen. Denkt man.

Die Realität sieht anders aus.

Der Musiker Weltherrscher hat dieses Experiment gewagt. Er hat, nach vorheriger Umfrage auf Twitter, eine CD produziert, 1000 Stück davon pressen lassen und in entsprechenden Blogbeiträgen bekannt gegeben, dass er bereit ist, diese CD zu verschenken. Klar gab er zu, sich über Spenden für die CD zu freuen.

Daneben hat er die komplette CD als Zip-Download zur Verfügung gestellt, was natürlich dem Liebhaber nicht das Original ersetzen kann; das Anfassen einer echten CD mit einem richtigen Autogramm auf dem Inlay, liebevollem Design und dem Gefühl, an einer großartigen Sache mitgewirkt zu haben – nämlich dem ersten Schritt in die Unabhäbgigkeit von der Musikindustrie.

Knapp ein halbes Jahr ist seither vergangen. Von den 1000 CDs ist nicht mal ein Fünftel abgerufen worden. Mangels Interesse? Wahrscheinlich. Propagiert wurde die Aktion reichlich genug – zumindest auf Twitter und auch in diversen Blogs. Von fehlender Werbung kann also keine Rede sein.

Gut, man kann niemanden zwingen, sich an so einem Experiment zu beteiligen. Aber gerade auf Twitter – so sollte man meinen – tummeln sich reichlich Leute, die sich eine Welt 2.0 herbeisehnen, in der man nicht mehr abhängig ist von den großen Musikkonzernen, in der es Downloadmöglichkeiten ohne DRM für Musik zum kleinen Preis gibt usw. Und dann lassen doch so viele eine solch einmalige Möglichkeit, nämlich die, im Zuge dieses Experiments zu beweisen, dass so was funktioniert, dass Freiwilligkeit bzgl. des Preises nicht zwangsläufig dazu führt, dass der Künstler bei der Sache draufzahlt, einfach sausen.

Ich finde das niederschmetternd. Es nimmt mir meine Hoffnung, auf demselben Weg mal mein erstes eigenes Hörbuch zu verbreiten oder ein E-Book. Die Welt 2.0 ist doch weiter weg, als ich bisher geglaubt habe.

Auf diesen Links könnt ihr nachlesen, wie es sich mit der Aktion verhält
http://www.dieweltistscheisse.de/2009/09/07/cd-weltherrscher-ja-nein-vielleicht-auch-nicht/
und was dabei herausgekommen ist
http://www.dieweltistscheisse.de/2009/09/11/daten-daten-daten/.
Hier kann man die CD anhören:
http://www.lastfm.de/music/Weltherrscher/ja%2C+nein%2C+vielleicht+auch+nicht